Meerkohl, auch bekannt als Strandkohl, Küstenmeerkohl oder mehrjähriger Kohl, ist eine traditionsreiche Pflanze, die in Europa lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Heute erlebt dieser Wild- und Feinschmeckerkohl eine Renaissance in Gärten und Küchen. Mit seinen fleischigen Blättern und dekorativen Blüten ist er nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch eine wertvolle Delikatesse.
Steckbrief
Beschreibung:
Der Meerkohl (Crambe maritima) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 90 Zentimetern erreicht. Er bildet dicke, blaugrün bereifte Blätter, die eine leicht gewellte Struktur besitzen. Im Frühjahr erscheinen prächtige, weiße Blüten in dichten Trauben, die einen süßlich-angenehmen Duft verströmen. Der Küstenmeerkohl ist bekannt für seine fleischigen Blattstiele, die gebleicht geerntet werden können und in der Küche ähnlich wie Spargel zubereitet werden.
Standort:
Strandkohl liebt sonnige Lagen und gut durchlässige, sandige bis kiesige Böden. Ursprünglich wächst er an Küstenregionen auf Dünen und Kieselstränden, wo Salz und Wind ihm nichts anhaben können. Im Garten gedeiht er besonders gut in vollsonnigen, trockenen Bereichen, die Staunässe vermeiden.
Vermehrung:
Die Vermehrung von mehrjährigem Kohl kann über Samen oder Wurzelstecklinge erfolgen. Samen sollten in Töpfen vorkultiviert werden, da die Keimung oft unregelmäßig ist und lange dauern kann. Wurzelstecklinge hingegen treiben zuverlässig aus und sind eine beliebte Methode bei Gärtnern, um robuste Pflanzen zu erhalten.
Schädlinge, Krankheiten & Nützlinge:
Meerkohl ist relativ robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Schnecken können jedoch junge Triebe und Blätter anfressen. Insekten wie Kohlfliegen oder Blattläuse treten nur selten auf. Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen helfen bei der natürlichen Schädlingskontrolle.
Symbiosen & Synergismen:
Strandkohl profitiert von gut durchlässigen, nährstoffreichen Standorten. Als Küstenpflanze gedeiht er oft in Gesellschaft anderer salztoleranter Arten. Im Garten lässt er sich gut mit mediterranen Kräutern wie Thymian oder Salbei kombinieren, die ähnliche Standortansprüche haben.
Wert für Tiere:
Für Insekten sind die üppigen weißen Blüten des Küstenmeerkohls eine wichtige Nektarquelle. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen besuchen die Blüten eifrig und tragen so zur Bestäubung bei.
Ernte:
Die zarten jungen Triebe und gebleichten Blattstiele werden im Frühjahr geerntet. Das Bleichen erfolgt, indem man die Pflanzen mit Töpfen oder Eimern abdeckt, damit sie keine Sonne erhalten. Die Blätter bleiben so hell und entwickeln ein feineres Aroma. Auch die Blütenknospen können ähnlich wie Brokkoli genutzt werden. Reife Blätter können ebenfalls geerntet werden. Dabei sollte beachtet werden, dass immer Blätter stehen bleiben um die Pflanz nicht zu schwächen.
Haltbar machen:
Frisch geernteter Meerkohl sollte zeitnah verarbeitet werden, da er schnell welkt. Eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist für einige Tage möglich. Alternativ kann der mehrjährige Kohl blanchiert und eingefroren werden, um ihn länger haltbar zu machen. Auch die Fermentierung, ähnlich zu Sauerkraut, ist möglich.
Verwendung:
Küstenmeerkohl gilt als Delikatesse und wird oft ähnlich wie Spargel zubereitet: gedünstet, gekocht oder kurz in Butter geschwenkt. Sein feiner, leicht nussiger Geschmack passt hervorragend zu Fischgerichten, Fleisch oder einfach pur mit etwas Zitronensaft.
Auch die Blütenknospen und jungen Blätter können roh in Salaten verwendet werden oder gekocht als Kohlersatz.
Wer gerne Sauerkraut ist kann sich auch mal mit dem Meerkohl versuchen. Er bleibt ein bischen knackiger aber schmeckt ausgezeichnet.
Fazit:
Meerkohl, auch bekannt als Strandkohl oder Küstenmeerkohl, ist ein echter Schatz für den naturnahen Garten, Food Forest und die kreative Küche. Er ist pflegeleicht, robust und bringt mit seinem besonderen Aroma Abwechslung auf den Teller. Wer auf der Suche nach einer außergewöhnlichen, essbaren Staude ist, sollte diesem mehrjährigen Kohl unbedingt einen Platz im Garten gönnen.
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