Der Schwarze Nachtschatten, auch bekannt als Nachtschatten-Beere, ist eine faszinierende Pflanze mit langer Geschichte. Während er in Europa oft als Unkraut und als giftig gilt, wird er in anderen Teilen der Welt als Heil- und Nahrungspflanze geschätzt. Doch Vorsicht: Nicht alle Teile des schwarzen Nachtschatten sind essbar, und die richtige Bestimmung ist entscheidend, um Verwechslungen mit giftigen Nachtschatten-Arten zu vermeiden.
Steckbrief
Beschreibung:
Der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Er wächst einjährig und erreicht Höhen von 30 bis 80 Zentimetern. Die Pflanze bildet weiße, sternförmige Blüten, die in kleinen Büscheln stehen. Im Spätsommer entwickeln sich daraus glänzend schwarze Beeren mit einem Durchmesser von etwa 5 bis 10 Millimetern. Die Blätter sind eiförmig bis elliptisch und leicht gezähnt.
Obwohl viele Teile der Pflanze leicht giftige Alkaloide enthalten können, gelten die reifen Beeren in nicht zu großen Mengen als essbar und werden in verschiedenen Kulturen kulinarisch genutzt.
Standort:
Der Schwarze Nachtschatten bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit nährstoffreichen, lockeren Böden. Er wächst häufig an Wegrändern, auf Brachflächen, Äckern oder in Gärten. Er verträgt sowohl Trockenperioden als auch mäßige Feuchtigkeit.
Vermehrung:
Die Pflanze vermehrt sich vor allem durch Samen, die im Boden oft mehrere Jahre keimfähig bleiben. Die Keimung erfolgt meist im Frühjahr. In günstigen Lagen kann sich der Schwarze Nachtschatten schnell ausbreiten, weshalb er vielerorts als Wildkraut betrachtet wird. Wer möchte kann jedoch auch Stecklinge von der Pflanze in Wasser bewurzeln lassen.
Schädlinge, Krankheiten & Nützlinge:
Schädlinge wie Blattläuse oder Kartoffelkäfer können gelegentlich auftreten. Auch Pilzkrankheiten wie Mehltau können die Pflanze befallen, insbesondere bei feuchtem Wetter. Allerdings ist der Schwarze Nachtschatten insgesamt recht robust. Einige Insekten nutzen die Pflanze zudem als Futterquelle, was sie auch zu einem wichtigen Bestandteil im Ökosystem macht.
Symbiosen & Synergismen:
Der Schwarze Nachtschatten steht in keiner besonderen Symbiose mit anderen Pflanzen, bietet aber durch seine Blüten und Beeren Nahrung für viele Insekten und Vögel. Im Garten kann er durch seine dichten Blätter als Unterwuchs dienen, der den Boden beschattet.
Wert für Tiere:
Die Blüten des Schwarzen Nachtschatten liefern Pollen und Nektar für Bienen und andere Bestäuber. Besonders Vögel schätzen die reifen Beeren als wichtige Nahrungsquelle im Spätsommer und Herbst. Allerdings sind die Beeren für manche Haustiere und Nutztiere giftig, weshalb Vorsicht geboten ist.
Ernte:
Die Beeren des Schwarzen Nachtschatten werden geerntet, sobald sie vollständig ausgereift und schwarz glänzend sind. Unreife, grüne Beeren enthalten höhere Mengen an Solanin und sind giftig. In einigen Kulturen werden auch junge Blätter gekocht und gegessen, wobei sie vorher gründlich erhitzt werden müssen, um den Großteil der Alkaloide zu zerstören.
Haltbar machen:
Frisch geerntete Nachtschatten-Beeren sollten rasch verarbeitet oder verzehrt werden. In Regionen, wo sie traditionell genutzt werden, werden sie teilweise getrocknet oder zu Mus oder Marmelade eingekocht. Eine längere Lagerung der rohen Früchte ist nicht empfehlenswert.
Verwendung:
In bestimmten Ländern Afrikas und Asiens werden die reifen Beeren und jungen Blätter des Schwarzen Nachtschattens als Lebensmittel genutzt, oft in Eintöpfen oder als Gemüsebeilage. Geschmacklich erinnern die Beeren leicht an, die nah verwandte, Tomate oder dunkle Beerenfrüchte, besitzen jedoch ein eigenes, leicht herbes Aroma. In Europa wird die Pflanze eher selten in der Küche verwendet und steht häufiger wegen ihrer Giftigkeit im Fokus.
Fazit:
Die schwarze Nachtschatten-Beere, ist eine spannende Pflanze, die zugleich fasziniert und zur Vorsicht mahnt. Während sie in manchen Regionen eine traditionelle Nutzpflanze darstellt, wird sie hierzulande meist als Unkraut betrachtet. Wer die Pflanze sicher bestimmen kann, kann ihre essbaren Teile in moderaten Mengen nutzen – doch stets gilt: Vorsicht bei der Ernte und Zubereitung.
Ähnliche Pflanzenportraits
Winterpostelein – Vitaminreicher Wintersalat
Das Winterpostelein (Claytonia perfoliata), auch bekannt als Tellerkraut, Gewöhnliches Tellerkraut, Kubaspinat oder fälschlicherweise, Winterportulak ist…
Schwarzer Nachtschatten – Essbare Giftpflanze
Der Schwarze Nachtschatten, auch bekannt als Nachtschatten-Beere, ist eine faszinierende Pflanze mit langer Geschichte. Während…
Crambe Maritima – Echter Meerkohl, das mehrjährige Gemüse
Meerkohl, auch bekannt als Strandkohl, Küstenmeerkohl oder mehrjähriger Kohl, ist eine traditionsreiche Pflanze, die in…
Jujube, Brustbeere, chinesische Dattel – Ziziphus jujuba)
Die Jujube – häufig bekannt als Brustbeere oder chinesische Dattel – ist eine faszinierende Pflanze…
Kartoffeln pflanzen: Wann & Wie?
Kartoffeln gehören zu den beliebtesten und pflegeleichtesten Gemüsesorten im Garten. Mit ein wenig Vorbereitung und…
Zucchini pflanzen: Pflanzzeit & Anbau
Zucchini sind nicht nur einfach anzubauen, sondern auch extrem ertragreich. Mit den richtigen Tipps kannst…





