Massanobu Fukuoka – „The One-Straw Revolution“

„The One-Straw Revolution“ (auf Deutsch oft übersetzt als „Der große Weg hat kein Tor“) ist das berühmteste Werk des japanischen Landwirts und Philosophen Masanobu Fukuoka. Erstmals erschienen 1975, gilt es heute als Meilenstein der ökologischen Landwirtschaft – und als Buch, das weit über Ackerbau hinaus eine Lebensphilosophie vermittelt.

Inhalt und Kerngedanken

Fukuoka beschreibt darin seine Methode der Natural Farming – eine Landwirtschaft ohne Pflügen, ohne chemische Dünger, ohne Pestizide und mit minimalen Eingriffen in die Natur. Sein Ansatz basiert auf einem tiefen Vertrauen in die Selbstheilungskräfte der Ökosysteme.

Seine vier Prinzipien lauten:

  • Nicht-Pflügen (No Tillage/No-Dig): Den Boden ungestört lassen.
  • Keine chemischen Düngemittel oder Pestizide: Stattdessen natürliche Kreisläufe nutzen.
  • Keine Unkrautbekämpfung durch Umgraben oder Chemie: Stattdessen Mulchen, Bodendecker oder Saatmischungen einsetzen.
  • Keine übertriebene Bearbeitung oder Pflege: Nur das Nötigste tun.

Doch „The One-Straw Revolution“ ist weit mehr als ein Handbuch für Landwirte. Es ist eine philosophische Abrechnung mit der modernen Zivilisation. Fukuoka kritisiert darin das Denken, dass der Mensch die Natur beherrschen müsse, anstatt sich in ihre Kreisläufe einzufügen. Seine Vision:

„Die ultimative Aufgabe der Landwirtschaft ist nicht das Wachsen von Pflanzen, sondern die Kultivierung und Vervollkommnung des Menschen.“

Stil und Bedeutung

Das Buch ist zugleich praktisch und poetisch. Es erzählt von Fukuokas Experimenten auf seinem Reisfeld und in seinem Food Forest, von Rückschlägen und Erfolgen, und enthält Reflexionen über Zen-Buddhismus, Gesellschaft, Gesundheit und Lebenssinn. Viele Leser empfinden es als eine Art spirituelle Lektüre.

„The One-Straw Revolution“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und hat weltweit Menschen inspiriert – Landwirte, Permakultur-Designer, Umweltaktivisten oder schlicht Menschen, die sich nach einem einfacheren, naturverbundeneren Leben sehnen. Es gilt als Schlüsseltext für die ökologische Bewegung und die Prinzipien regenerativer Landwirtschaft.

Obwohl Fukuoka sich selbst nie der Permakultur zugeschrieben hat, wird er heute als eine der Mitbegründer der Permakultur, neben Bill Mollison und David Holmgren, betrachtet.

Einfluss bis heute

Fukuokas Buch hat nicht nur Einfluss auf die Landwirtschaft genommen, sondern auch auf Ideen wie:

  • Permakultur
  • Regenerative Landwirtschaft
  • Wiederbegrünung von Wüsten und Brachland (z. B. mit Seed Balls)
  • Slow Food- und Nachhaltigkeitsbewegungen

Seine Methoden zeigen, dass nachhaltige Landwirtschaft einfacher, günstiger und naturverträglicher sein kann als industrielle Systeme – und dass dabei nicht nur die Erde, sondern auch der Mensch gesünder wird.


Lese- und Filmempfehlung

„The One-Straw Revolution“ ist bis heute eines der wichtigsten Bücher für alle, die sich für Nachhaltigkeit, einfache Lebensweisen und eine tiefere Verbindung zur Natur interessieren. Eine inspirierende Lektüre, die Landwirtschaft, Philosophie und Spiritualität auf einzigartige Weise verbindet.

Die gleichnamige Videodokumentation ist ebenfalls eine schnelle Einführung in sein Denken und Wirken und kostenlos auf YouTube zu sehen. Zum Video.

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